Archiv der Kategorie: Theater

Ein Inspektor kommt (An inspector calls)

Schauspiel in drei Akten von John B. Priestley

Deutsch von Ingeborg Strudthoff

Regie: Wolfgang Seel

Premiere: 02. Mai 1982


Alle drei Akte des Dramas spielen im Esszimmer der Birlings in Brumley, einer Industriestadt im Norden Englands, im Jahr 1912. Die vier Mitglieder der Familie Birling – Arthur Birling, dessen Frau Sybil, ihre Tochter Sheila und ihr Sohn Eric – und Gerald Croft haben sich im Wohnzimmer der Birlings eingefunden um die Verlobung von Sheila und Gerald zu feiern. Ihre heiteren Gespräche werden jedoch bald durch Inspektor Goole unterbrochen. Da Mr. Birling am Gericht tätig ist, ist dieser späte Besuch für ihn nicht weiter ungewöhnlich, doch die Nachricht des uniformierten Besuchers schockt die ganze Familie: Eine junge Frau hat sich, durch Trinken von Salzsäure, das Leben genommen. Familie Birling weiß erst nicht, was das mit ihnen zu tun hat, doch in den folgenden Abendstunden entlockt der Inspektor allen Anwesenden ein Geständnis, dass sie am Tod von Eva Smith mitschuldig sind. Mr. Birling wird als erster verhört. Er hat den ersten Anstoß zum dramatischen Selbstmord gegeben, indem er sie aus seiner Firma warf, weil sie statt 22,6 Schilling 25 Schilling Lohn verlangte. Sheila ist die zweite Schuldige. Sie erzwang die Entlassung von Eva Smith bei einer anderen Firma, weil sie diese zu hübsch fand. Danach nannte diese sich Daisy Renton. Unter diesem Namen kennt sie Gerald. Er muss zugeben, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, welches er jedoch bald beendet hat. Mrs. Brumley hat als führendes Mitglied im Frauenhilfsverein die Hilfe für Daisy Renton abgelehnt und sie so endgültig mittellos gemacht. Letztendlich gibt auch noch Eric zu, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben. Sie erwartete sogar ein Kind von ihm. Er gab ihr Geld, das er von der Firma des Vaters entwendete, bis sie dies bemerkte und nichts mehr annahm. Sie verschwand daraufhin …bis sie vor dem Komitee des Frauenhilfsvereins vorsprach.

Nachdem der Inspektor das Haus verlassen hat, fühlen sich alle zumindest ein wenig schuldig, doch als Gerald mit der Nachricht kommt, dass es bei der Polizei in Brumley gar keinen Inspektor Goole gibt, verbessert sich die Stimmung wieder. Sie kommen zum Schluss, dass es diese eine junge Frau gar nicht gegeben hat, sondern dass ihnen der sogenannte „Inspektor“ einen Streich gespielt und von verschiedenen Frauen gesprochen hat. Nach einem Anruf im Krankenhaus, wo die Frau angeblich verstarb, verschwinden die Schuldgefühle bei allen, außer bei Sheila, da in den letzten 14 Tagen keine Frau wegen eines Selbstmordversuches eingeliefert wurde …bis das Telefon plötzlich läutet und ein Polizeiinspektor verkündet, dass eine junge Frau verstorben ist. Sie hat sich mit Salzsäure umgebracht.


Zum Autor:

John Boynton Priestley, in England familiär „J.B.“ genannt, wurde am 13. September 1894 in Bradford, England, geboren, studierte in Cambridge und arbeitete als Kulturkritiker und Verlagslektor. Sein Wirken als Schriftsteller beschränkte sich nicht nur auf das Schreiben von Gedichten, Kurzgeschichten, Essays und Romanen, er schuf viele Bühnenstücke und Filme. In seiner Autobiographie „Ich hatte Zeit“ (1962) meinte er zu seiner Vielseitigkeit: „In der Einstellung zu meinem Schaffen gehöre ich dem 18. Jahrhundert an, als man von Berufsschriftstellern erwartete, dass sie alles schrreiben konnten, von Predigten bis zu den Possen.“

1932 gründete er ein eigenes Theaterunternehmen, inszenierte auch selbst und trat als Schauspieler auf. Fast alle seine Dramen enthalten eine deutliche meist überdeutliche Moral, doch wird die Strenge der Belehrung gemildert durch eigenen Witz, szenische Einfälle und einen gewissen querköpfigen Charme. Er schrieb eine Menge Stücke. „Ein Inspektor kommt“ dürfte eines seiner besten sein. Uraufgeührt 1946 in Moskau und London, deutschsprachige Erstaufführungen 1947 ‚Neues Wiener Schauspielhaus‘ und ‚Kammerspiele Bremen‘.  Das Stück wurde zum Welterfolg. Es spielt 1912 und kann als Kriminalstück der Gewissensforschung und der sozialen Moral dargestellt werden. Vielleicht eine moderne Variante des Revisors von Gogol.


Alle Spieltermine (1982):

im MaiDo, 20:00 Uhr13. Mai
So, 17:00 Uhr16. Mai
Mi, 20:00 Uhr19. Mai
im JuniDi, 20:00 Uhr08. Juni
Do, 20:00 Uhr17. Juni

Darsteller

Arthur BirlingGerd Bellersheim
Sybil Birling, seine FrauIlo Klein
Sheila Birling, seine TochterAnne Geibel
Eric Birling, sein SohnMichael Endres
Gerald CroftBerthold Glatz
Edna, HausmädchenHeidi Schäfer
Irene Gludowacz
Inspektor GooleHeinrich Bethge

Hinter den Kulissen

Technik
Christoph Abel
BühnenbildideeWolfgang Seel
SouffleuseIrene Gludowacz
Heidi Schäfer

Der Engel mit dem Blumentopf

Komödie in drei Akten von Miguel Mihura

Deutsch von Konrad Schrögendorfer

Regie: Theo Friedrich

Premiere: 16. April 1982


Nach einem erfolgreichen Juwelenraub hat die Diebesbande in einem bürgerlichen Haus Unterschlupf gefunden und versucht nun, sich zu tarnen und allem aus dem Weg zu gehen. Vorallem der geschwätzigen Vermieterin Dona Pilar. Der Plan wird durchkreuzt, als einer einer der Ganoven mit einer schweren Erkältung das Bett hüten muß. Schnupfen und Husten werden aber erst dann zur Existenzbedrohung, als die barmherzige Schwester Maria auftaucht, um den Kranken zu pflegen…


Zum Autor:

Miguel Mihura, der Autor der Ballade in zwei Akten und einem Vorspiel „Der Engel mit dem Blumentopf“ ist der bekannteste spanische Dramatiker unserer Tage, nächst Garcia Lorca. Mihuras Vater war Schauspieler, Saalvermieter, Tourneeleiter und Bühnenschriftsteller.

Der spätere Bühnen-Autor Miguel Mihura wurde 1908 in Madrid geboren. Zunächst trat er als humorisitischer Zeichner hervor. Dieses Handwerk erzieht zu großer Genauigkeit und ist bestrebt, ein Maximum an Wirkung in einem Minimum an Mitteln zu suchen. Diese Lehrzeit verhalf Mihura zu seinem Humar, der wirksamsten aller Bühnenformen; denn Lachen kann auf annehmbare und angenehme Weise die grausamsten und unbequemsten Wahrheiten verhüllen.

Später gründete Mihura eine satirische Zeitschrift, leitete weitere Unternehmen der gleichen Art und schrieb schließlich sein erstes Theaterstück „Die drei Zylinderhüte“.

Seine Komödie „Der Engel mit dem Blumentopf“ wurde in der Saison 1957/58 in Madrid uraufgeführt. Verbrecher werden in die Enge getrieben und jene wissen nicht, dass sie nichts weiß. Sie wissen es wenigstens nicht genau, und diese Ungewißheit, verbunden mit der Tat, wirkt stärker als ein Gewissen. Dazu kommt noch, dass die Gute, wenn auch nur punktuell und auf kleinen Strecken, begabt und hellsichtig ist.


Alle Spieltermine (1982):

im AprilDi, 20:00 Uhr20. April
So, 17:00 Uhr25. April
Di, 20:00 Uhr27. April
im MaiSo, 17:00 Uhr09. Mai
Mi, 20:00 Uhr26. Mai
Sa, 20:00 Uhr29. Mai
im JuniMi, 20:00 Uhr02. Juni
Mi, 20:00 Uhr09. Juni
So, 17:00 Uhr13. Juni
Mi, 20:00 Uhr16. Juni

Darsteller

Schwester Maria zum Guten EngelViola Cornelius
NuriaMarion Vasil
Dona PilarHildegard Gronau
SuarezHeinrich Bethge
CarlosKarl-Heinz Hofmann
FredericoRoland Groß
CosmeKarl Benk

Hinter den Kulissen

Technik
Christoph Abel
BühnenbildGerhard Schäfer-Balzer
SouffleuseHeidi Schäfer