Archiv der Kategorie: Theater

Gespenster

Ein Familiendrama in drei Akten von Henrik Ibsen

Deutsch von Hans Egon Gerlach

Regie: Klaus Gamper

Premiere: 26. Januar 1990

im Industriepark Beck, Garbenheimer Straße, Am Taubenstein 34


Das deutsche Wort Gespenster gibt nicht ganz den Bedeutungsgehalt wieder, der in dem norwegischen Originaltitel “Gengangere” (Wiedergänger) mitschwingt. Was damit in diesem Familiendrama gemeint ist, wird von Frau Alving in ihrem zweiten großen Gespräch mit Pastor Manders im zweiten Akt benannt: “Aber, Manders, ich glaube fest, wir alle sind Gespenster. Nicht nur dads, was wir von Vater und Mutter geerbt haben, geht in uns um. Es sind alle erdenklichen alten, toten Ansichten und allerhand alter, toter Glaube und so weiter. Es lebt nicht in uns; aber es sitzt trotzdem in uns und wir können es nicht los werden.”

Mit den Gespenstern hat Ibsen ein analytisches Drama par excellence geschrieben. Die Handlung spielt an einem einzigen Regentag in einem kleinen norwegischen Ort an der Westküste. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Frau Alving, die den heldenhaften Versuch unternimmt, sich von ihrer Vergangenheit frei zu machen, schließlich aber zu der Erkenntnis kommen muß, dass sie sich selbst von einer Mitverantwortlichkeit für  ihr Tun nicht freisprechen kann. Die Kompromisse, die sie mit der herrschenden Gesellschaftsmoral geschlossen hat, hätte sie nicht eingehen dürfen.

Die Auseinandersetzung mit dem Erbe, das Kammerherr Alving hinterlassen hat, finder ihren szenischen Höhepunkt in dem Brand des kurz vor der Einweihung stehenden Asyls, das Frau Alving nur deswegen zur Erinnerung an ihren Mann hat errichten lassen, um auf diese Weise den Schlussstrich unter ihre verfehlte Ehe zu setzen. All ihre Hoffnung setzt sie auf ihren Sohn Oswald, der Schritt für Schritt, gerade weil sie in ihm immer deutlicher den Sohn ihres Mannes sieht, zum eigentlichen Katalysator ihres Erkenntnisprozesses werden muss. Oswald ist es aber auch, der Frau Alving das Schicksal ihres Mannes in einem neuen Licht sehen lässt. In fas visionären Worten schildert er seiner Mutter die Lebensfreude, die er in Paris erfahren hat, und die er nie erlebt hätte, wäre er wie sein Vater in der norwegischen Enge geblieben. Oswald kann seine Lebensfreude jedoch nicht verwirklichen. Zu sehr ist sein Schicksal durch das Erbe determiniert. Der Brand des Asyls beschleunigt den Ausbruch seiner Geisteskrankheit. Frau Alving, all ihrer Illusionen beraubt, steht zum Schluß vor der Frage, ob sie ihrem nach der Sonne strebenden Sohn das ihr anvertraute Gift geben soll oder nicht.


Alle Spieltermine (1990):

im JanuarSo, 17:00 Uhr28. Januar
im FebruarFr, 20:00 Uhr02. Februar
So, 17:00 Uhr04. Februar
im MärzFr, 20:00 Uhr02. März
So, 17:00 Uhr04. März
Fr, 20:00 Uhr09. März
Sa, 20:00 Uhr10. März
im AprilFr, 20:00 Uhr20. April
So, 17:00 Uhr22. April
Fr, 20:00 Uhr27. April

Darsteller

Frau Helene Alving, Witwe des KammerherrnIlo Klein
Oswald Alving, ihr SohnAlexander Möglich
Pastor MandersKarl-Heinz Hofmann
Tischler EngstrandRoland Schmitt-Raiser
Regine EngstrandKarin Sakovski

Hinter den Kulissen

Mitarbeit und SouffleuseBrigitte Bromacher
TechnikAndres Zarra
MaskeHeike Tölle

Montserrat

Schauspiel in drei Akten von Emmanuel Roblès

aus dem Französischen von Horst Leonhard

Regie: Klaus Gamper

Premiere: 04. November 1988


Venezuela 1812. Die Spanier haben diese Land unter grausamen Gemetzel und Plünderungen besetzt. Das venezuelanische Volk ist der Terrorherrschaft machtlos ausgeliefert. Simon Bolivar, der Anführer des Widerstandes, versucht verzweifelt sein Volk vor der Tyrannei zu bewahren, wird aber sehr krank und muß sich verstecken. Die Spanier sind ihm auf der Spur und so entscheidet sich der spanische Offizier Montserrat, welcher die Grausamkeit seiner Landsleute nicht mehr ertragen kann, Bolivar zur Flucht zu verhelfen. Es gelingt ihm zwar, aber er wird erkannt.

Izquierdo, Montserrats Gegenspieler, fanatischer Verfechter des spanischen Machthungers, ist Oberbefehlshaber der spanischen Truppen. Izquierdo versucht von Montserrat das neue Versteck Bolivars herauszukriegen. Es gelingt ihm nicht und so läßt er fünf Unschuldige, einen Töpfer, einen Kaufmann, eine Mutter und zwei junge Indianer, ein Mädchen und einen Jungen, von der Straße holen. Diese sollen Montserrat das Versteck entlocken und falls es ihnen nach einer Stunder nicht gelungen sein sollte, Montserrat zu erweichen, wird eine Geisel nach der anderen erschossen.

Montserrat versucht diesen fünf unschuldigen Menschen sein großes Ideal zur errettung eines ganzen Volkes verständlich zu machen. Was ist ein einzelnes Menschenleben gegenüber den Millionen anderer wert, die verrnichtet werden.

Montserrat hofft sehr, dass Bolivar doch noch entkommt und bleibt bei seinem Schweigen. Sein Versuch, die fünf Unschuldigen von seiner Idee zu überzeugen, stößt auf absolutes Unverständnis.

So scheint die Geschichte ohne Ausgang zu enden, bis zum Schluß, wo für ein ganzes Volk ein Hoffnungsschimmer aufleuchtet.


 

Alle Spieltermine (1988/1989):

im NovemberSo, 17:00 Uhr06. November
Sa, 20:00 Uhr12. November
im DezemberFr, 20:00 Uhr02. Dezember
So, 17:00 Uhr04. Dezember
Mi, 20:00 Uhr07. Dezember
Fr, 20:00 Uhr09. Dezember
So, 17:00 Uhr11.Dezember
im JanuarFr, 20:00 Uhr13. Januar
Mi, 20:00 Uhr18. Januar
Fr, 20:00 Uhr20. Januar
Fr, 20:00 Uhr27. Januar
So, 17:00 Uhr29. Januar

Darsteller

Spanische Offiziere:
MoralesHans-Peter Rückert
AntonanzasJan Körting
IzquierdoRoland Schmitt-Raiser
MontserratUwe Reuschel
Pater CoronilWolfram Becker
Die Geiseln:
Derr TöpferKarl Benk
Der KaufmannAlexander Möglich
Die MutterIlo Klein
RicardoStefan Kollet
ElènaBrigitte Schulz

Hinter den Kulissen

BühneJohannes Bielenberg
Technik
Andres Zarra
MaskeHeike Tölle
Assistenz und SouffleuseBrigitte Bromacher
MitarbeitUte Biegelmaier, Heidi Schäfer, Anna Wabel, Hildegard Gronau, Viola Bielenberg, Wilfried Berndt

Mirandolina (la locandiera)

Komödie in drei Akten von Carlo Goldini

Deutsch von Otto Müller

Regie: Klaus Gamper

Premiere: 25. Oktober 1987


Schauplatz ist eine Locanda, eine Art Hotel Garni, in Florenz; Mirandolina ist eine hübsche und intelligente Wirtin. Von den Männern verehrt, hat sie nur Spott für ihre Verehrer, obwohl sie zur treuen Ehefrau wie geschaffen scheint.

Zwei ihrer Verehrer sind lächerlich bis tragikomisch: der verarmte, ewig schmarotzende, doch grotesk adelsstolze und hochmütige Machese die Forlipopoli, und dder materialistische Albafiorita.Der fast ebenbürtige Gegenspieler Mirandolinas ist der Cavaliere di Ripafratta, ein selbstzufriedener Junggeselle, der die Frauen ungefähr so störend empfindet, wie Mirandolina die Männer.

Mit List, mit geheucheltem Verständnis für seine Eigenart, mit Koketterie in der Maske der Biederkeit, mit eienr völlig naiven Durchtriebenheit macht Mirandolina den Frauenfeind in sich verliebt: des Widerspenstigen Zähmung durch Intelligenz und Manieren – ein Triumph freilich, der sie, während sie ihn noch auskostet, schon beschämt, so dass sie nun erst reif wird, den redlichen Kellner Fabrizio zu heiraten, der allein ihrem Stand entspricht und der unter ihrem Spiel in mühsam gedämpfter Eifersucht schwer gelitten hat. Dieses Ende enthält eine Spitze gegen die von Mirandolina gefoppte Aristokratie.

Der Geist der Commedia dell’arte kann sich durch zwei Diener einschleichen; er wirbelt offen als Episode zweier abenteuerlustiger, hochstapelnder Schauspielerinnen, Ortensia und Dejanira, durch dieses graziöse Lustspiel der feineren und tieferen Empfindungen. Der florentinische Alltag duftet nach Küche, frischer Wäsche und bei allem Übermut nach bürgerlicher Sittsamkeit


Zum Autor:

Goldoni war Venezianer, geboren am 25. Februar 1707 im Palazzo Cent’anni, der heute Casa Goldoni heißt und das Theatermuseum beherbergt. Sein Großvater konnte es sich noch leisten, sich in einer Villa am Lido ein eigenes Theater einzurichten und dafür Schauspieler und Sänger zu engagieren. Viel Geld blieb da für Carlos Vater nicht übrig, der ebenfalls in das Theater vernarrt, doch gezwungen warm einen Brotberuf zu ergreifen; er wurde Arzt in Chioggia.

Der damals zehnjährige Carlo war Schüler einer Dominikaner-Pension in Rimini, riß von dort aus und fuhr mit einer Schauspielertruppe nach Chioggia zurück, wo der Dirketor der Truppe ein gutes Wort für ihn bei seinem Vater einlegte. Durch Protektion erhielt er eine Freistelle in einem geistlichen Institut in Pavia, wo er, gerade 16 Jahre alt, den Entschluß fasste, Italien ein Theater zu schenken, das mit den Bühnen der Spanier, Franzosen und Engländer konkurrieren kann.

Doch zunächst flog er von der Schule, weil er eine “Atellane”, eine Satire, auf die vornehmen Familien Pavias geschrieben hatte. Der Tod seines Vaters zwang ihn, seine Familie zu unterstützen; er wurde Sekretär bei verschiedenen hohen Beamten un verfaßte nebenbei Theaterstücke, die er später aber in seine Gesamtwerke nicht aufnahm. In Padua holter er sich den juristischen Doktor, wurde Advokat in Venedig, nahm aber die erste Gelegenheit wahr, sich der Truppe des Direktors Imer anzuschließen udn erprobte mit den Schauspielern seine neuen Ideen.

In Genua lernte er Nicoletta, seine künftige Frau, kennen. Er wurde genuesischer Konsul in Venedig, gab für Repräsentation mehr Geld aus als er hatte, war vier Jahre rechtsanwalt in Pisa und schrieb nebenbei immer wieder Theaterstücke. Der Erfolg stellte sich ein und so hatte Goldoni einige große Theaterstationen erlebt, bis er 1762 einem Ruf des französischen Königs, Ludwig XV., nach Paris folgte, woe er als Direktor den Zerfall der “Comédie italienne”, der italienischen Komödie, aufhalten sollte. Die “Comédie francaise” mit ihrem Moliére-Repertoire war zwar damals beliebter, aber bei den Italienern wollte das Publikum natürlich trotzdem Commédia dell’arte sehen: Goldoni musste also auf eine Theaterform zurückgreifen, die er schon überwunden hatte. Es gelang ihm trotz Selbstverleugnung seines Stils nicht, die “Comédie italienne” zu retten.

Inzwischen wurden seine Stück gedruckt verbreitet und in den europäischen Theaterstädten viel gespielt. Goldoni übernahm das Amt eines Sprachlehrers und Vorlesers der königlichen Prinzessinen am Hofe Ludwigs XV. und später auch Ludwig XVI. Mit seiner französisch geschriebenen Komödie “Le bourru bienfaisant” (“Der wohltätige Griesgram”) hatte er noch einen großen Erfolg. 1787 vollendete er – in französischer Sprache – seine aufschlußreichen und liebenswürdigen Memouren, von denen Königign Marie Antoinette 25 Exemplare subskribierte. Zwei Jahre später verlor er durch die Französische Revolution seine Pension, mit der ihn Ludwig XVI. beschenkt hatte. Sein Name verschwand aus dem öffentlichen Gespräch, er verarmte und erblindete. Schließlich gewährte ihm die Nationalversammlung, gedrängt von Joseph, dem Bruder des Dichters Andrè Chnier, wieder seine Jahresrente: am 6. Februar 1793, an seinem Todestag.

Alle Spieltermine (1987/1988):

im OktoberMi, 20:00 Uhr28. Oktober
Fr, 20:00 Uhr30. Oktober
im NovemberMi, 20:00 Uhr04. November
Mi, 20:00 Uhr11. November
So, 17:00 Uhr15. November
Mi, 20:00 Uhr18. November
Fr, 20:00 Uhr20. November
So, 17:00 Uhr22. November
Mi, 20:00 Uhr25. November
Fr, 20:00 Uhr27. November
im DezemberFr, 20:00 Uhr04. Dezember
Mi, 20:00 Uhr09. Dezember
Fr, 20:00 Uhr11. Dezember
im JanuarMi, 20:00 Uhr20. Januar
Fr, 20:00 Uhr22. Januar
Fr, 20:00 Uhr29. Januar
im FebruarSo, 17:00 Uhr07. Februar
Fr, 20:00 Uhr19. Februar
So, 17:00 Uhr28. Februar
im MärzFr, 20:00 Uhr04. März
So, 17:00 Uhr06. März
Fr, 20:00 Uhr11. März

Darsteller

Cavaliere die RapafrattaKarl-Heinz Hofmann
Marchese di ForlipopoliUwe Reuschel
Conte AlbafioritaRoland Schmitt-Raiser
MirandolinaViola Bielenberg
Ortensia Brigitte Bromacher
DejaniraBrigitte Schulz
FabriazioWolfram Becker
Diener des CavaliereKarl Benk
Signora AlmaHildegard Gronau
FlorindoWilfried Berndt

Hinter den Kulissen

BühnenbildJohannes Bielenberg
TechnikAndres Zarra
Jan Körting
MaskeHeike Tölle
Souffleuse & RequisiteUte Biglmeier

Die Falle

Kriminalstück in vier Bildern von Robert Thomas

aus dem Französischen von Ernst Sander

Regie: Klaus Gamper

Premiere: 02. November 1986


Kurz nach der Ankunft in einem einsamen Chalet bei Chamonix meldet
Daniel dem Kommissar völlig gebrochen das Verschwinden seiner
ihm erst seit kurzem angetrauten Frau. Da er selbst der Mörder
ist, verwirrt ihn die Ankündigung eines mysteriösen Abbés, er brächte
ihm die Vermisste zurück. Bald steht dem entgeisterten Daniel eine
bestens über sein Privatleben informierte Fremde gegenüber…

 

Alle Spieltermine (1986/87):

im NovemberFr, 20:00 Uhr07. November
So, 17:00 Uhr09. November
Mi, 20:00 Uhr12. November
So, 17:00 Uhr16. November
Fr, 20:00 Uhr21. November
im DezemberMi, 20:00 Uhr03. Dezember
Fr, 20:00 Uhr05. Dezember
So, 17:00 Uhr07. Dezember
Mi, 20:00 Uhr10. Dezember
Fr, 20:00 Uhr12. Dezember
So, 17:00 Uhr14. Dezember
im JanuarFr, 20:00 Uhr09. Januar
So, 17:00 Uhr11. Januar
Fr, 20:00 Uhr16. Januar
So, 17:00 Uhr18. Januar
Fr, 20:00 Uhr23. Januar
So, 17:00 Uhr25. Januar

Darsteller

DanielUwe Reuschel
FlorenceViola Bielenberg
KommissarKarl-Heinz Hofmann
Abbé MaximinRoland Groß
SeehechtKarl Benk
Schwester BertonBrigitte Schulz
FlicWilfried Berndt

Hinter den Kulissen

BühneJohannes Bielenberg
Technik
Andres Zarra, Jan Körting
MaskeHeike Tölle
Assistenz und SouffleuseBrigitte Bromacher

Lauf doch nicht immer weg! (See how they run)

Farce in drei Akten von Philip King

Deutsch von Gottfried Greiffenhagen und Joachim Preen

Laufdoch_1986

Regie: Ulrich Matrisch

Premiere: 16. Februar 1986


Impressionen der Bühnenproben:


England 1942, im Haus des verklemmten Pfarrers Lionel Toop, der mit der eher mittelmäßigen Schauspielerin Penelope verheiratet ist. Argwöhnisch von der Kirchenvorstandsdame Miss Skillon beäugt und vom frechen Dienstmädchen Ida mit passenden Sprüchen kommentiert, entwickelt sich eine Verwechslungskomödie, an der Clive, der Ex-Schauspielerkollege Penelopes, jetzt Soldat, ein ungebetener Gast (ein entflohener deutscher Kriegsgefangener), der Bischof von Lax (Penelopes Onkel) und ein Ersatz-Pfarrer teilhaben.

Am Ende sind fünf Pfarrer im Pfarrhaus versammelt, drei echte und zwei unechte. Im heiteren Ratespiel ‘who is who?’ gibt ein Satz den anderen, setzt eine Pointe die nächste.


Zum Autor:

Philip King war bereits mit 16 Jahren Schauspieler und ging mit einem Tournee-Ensemble auf Reisen. So erlebte er schon sehr früh die Atmosphäre der Theaterwelt und begann bereis in seinen jüngsten Jahren einige Schwänke zu schreiben.

1940 schaffte er dann durch gute Komödien in England neben Schauspieler-Autoren wie u.a. Peter Ustinov und John Osborne seinen Durchbruch. Er zählte von da an zu den Erfolgsautoren.

Sein “Lauf doch nicht immer weg” (See how they run) entstand neben “On Monday next” während seines Militärdienstes in der Royal Air Force. Beide Stücke wurden in London zu großen Erfolgen und liefen über ein Jahr lang, dann wurden sie auch noch verfilmt.

32 Jahre nach der Uraufführung kam “Lauf doch nicht immer weg” im Oktober 1977 in Manchester mit großem Erfolg wieder auf die Bühne und seit Jahren ist das Stück auch auf den deutschen Bühnen ein Renner, den Phlip King nur anfangs miterleben durfte, denn er starb am 9. Februar 1979 im Alter von 75 Jahren.

Alle Spieltermine (1986):

im FebruarSo, 17:00 Uhr16. Februar
Mi, 20:00 Uhr19. Februar
Fr, 20:00 Uhr28. Februar
im MärzSo, 17:00 Uhr02. März
Mi, 20:00 Uhr05. März
Mi, 20:00 Uhr12. März
Do, 20:00 Uhr20. März
im AprilMi, 20:00 Uhr09. April
Fr, 20:00 Uhr11. April
Do, 20:00 Uhr17. April
So, 17:00 Uhr20. April
Fr, 20:00 Uhr25. April
So, 17:00 Uhr27. April
im MaiSo, 17:00 Uhr04. Mai
Fr, 20:00 Uhr09. Mai
Fr, 20:00 Uhr16. Mai
Mi, 20:00 Uhr21. Mai
So, 17:00 Uhr25. Mai

Darsteller

Ida, ein DienstmädchenBrigitte Schulz
Miss SkillonHildegard Gronau
Pfarrer Lionel ToopUwe Reuschel
Penelope Toop, seine FrauIlo Klein
Corporal Clive WintonRoland Schmitt-Raiser
Der Mann, ein ungebetener GastWilfried Bernd
Der Bischof von Lax, Penelopes OnkelHans-Peter Rückert
Pfarrer Arthur HumphreyKarl-Heinz Hofmann
Seargeant TowersRoland Groß

Hinter den Kulissen

Regie-AssistenzBrigitte Bromacher
TechnikAndres Zarra
Peter Alledan
BühnenbauJohannes Bielenberg
MaskeHeike Tölle
Susanne Völkwein

Blutgruppe V gesucht

eine Gruselkomödie in dreieinhalb Akten nach Motiven von Bram Stoker

Regie: Klaus Gamper

Premiere: 09. Oktober 1983


Eine freie Bearbeitung eines Romans von Bram Stoker, der wohl heute zu den Klassikern phantastischer Romane und Erzählungen in der Weltliteratur zählt. Viele Verfilmungen seiner Werke begeisterten das Publikum und das Theater soll auch nicht zu kurz kommen…
Bram Stoker wurde1847 als drittes von sieben Kindern bei Dublin geboren. Seine Eltern lebten in kleinbürgerlichen Verhältnissen. Als Kind sehr krank, studierte er später am Trinity College in Dublin Geschichte und Literatur, daneben aber auch Mathematik und Physik. Er wurde zu einem geachteten Mitglied der akademischen Gemeinschaft und war Vorsitzender mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften.
Seine spätere Tätigkeit als Lehrer befriedigte ihn nicht. Er schrieb für Zeitungen und gab seinen Beruf zugunsten der mageren, aber ungebundenen Existenz als Theaterkritiker und Kolumnisten auf.
Er wurde auch Manager eines damals ganz berühmten Schauspielers Henry Irving. 27 Jahre verbrachte er in dieser Position und es entstanden trotz seines harten Jobs eine Reihe berühmter Romane, worunter Dracula wohl sein bekanntestes Werk wurde und immer bleiben wird. Er starb 64-jährig 1912 in London.

Alle Spieltermine (1983):

im OktoberDo, 20:00 Uhr13. Oktober
So, 17:00 Uhr16. Oktober
Do, 20:00 Uhr20. Oktober
So, 17:00 Uhr23. Oktober
Do, 20:00 Uhr27. Oktober
So, 17:00 Uhr30. Oktober
im NovemberFr, 20:00 Uhr04. November
So, 17:00 Uhr06. November
Fr, 20:00 Uhr11. November
Do, 20:00 Uhr17. November
So, 17:00 Uhr27. November
Mi, 20:00 Uhr30. November
im DezemberMi, 20:00 Uhr07. Dezember
So, 17:00 Uhr11. Dezember
Mi, 20:00 Uhr14. Dezember
So, 17:00 Uhr18. Dezember

Darsteller

Graf HalsbißJohannes Bielenberg
Dr. FriedliebGerda Simon
Helma, ihre TochterViola Cornelius-Sapauschke
Jürgen HarkeWilfried Berndt
Prof. Dr. med. Dr. Phil. von der GegendKarl Benk
Anne, die SchwiegertochterIlo Klein
AnnegretBrigitte Schulz
FliegpilzHeinrich Bethge
KäsereisHans-Peter Rückert
die Frau in WeißHeidi Schäfer

Hinter den Kulissen

Regie-AssistenzHeidi Schäfer
BühnenbildGerhard Schäfer-Balzer
BeleuchtungAndres Zarra
Tontechnik
Christoph Abel
MaskeRenate Singer
SouffleuseVerena Schäfer
RequisitenJörg Becker-Hagendorff

Immer Ärger mit den Alten

Komödie in drei Akten von Michael Brett

Regie: Theo Friedrich

Premiere: 05. November 1982


Sensationsreportagen und die Rührseligkeit ihrer Leser haben den Redakteuren einer englischen Provinz-Zeitung eine Suppe eingebrockt, die sie nun selber auslöffeln müssen: der achtzigste Hochzeitstag zweier Hundertjähriger, der unter Anteilnahme des ganzen Landes mit Rundfunkinterviews und Schlagzeilen im “Royal Park Hotel” gefeiert werden soll, läßt die Journalisten in ein nervenzermürbendes Abenteuer geraten, das sie so bald nicht vergessen werden. An allen Ecken lauert der Skandal, denn die beiden Alten sind durchaus nicht das ideale Jubelpaar, wie es in den Zeitungsberichten geschildert worden ist, sondern kratzbürstige und eigensinnige Typen, die sich streiten, ihre Betreuer tyrannisieren und mit verblüffend komischen Schilderungen aus ihrem langen Eheleben in Erstaunen setzen. Im Gegensatz zu den aufgebrachten Journalisten werden die Zuschauer das Jubelpaar in ihr Herz schließen, denn so viel entwaffnender Natürlichkeit und solch bärbeißigem Charme begegnet man auf der Bühne nur selten.

Zum Autor:

Michael Brett, am 8. November 1974 – also drei Tage nach der Wetzlarer Premiere vor acht Jahren – unerwartet gestorben, wurde in London geboren, lebte jedoch in Surrey.

Als Wirtschaftssekretär in der Industrie benutzte er seine Kenntnisse zum Schreiben von Theater-, Radio- und Fernsehstücken. Durch seine reiche Erfahrung in der Industrie- und Geschäftswelt war er in der Lage, eine Komödie, die in der Geschäftswelt spielt, zu schreiben unter dem Titel “Lucky Strike”. Sie wurde erfolgreich im West-End Theater und in anderen Ländern aufgeführt.

Eines seiner anderen Stücke, “Four in a hand” (“Vier in einer Hand”), wurde in eienr Sondervorstellung im Windsor Repertory Theatre vor ihrer Majestät der Königin und der Königlichen Familie aufgeführt. Seine Bühnenstücke wurden im In- und Ausland immer mit Beifall aufgenommen.

Das BBC Department für Theater erklärte kürzlich in einem Brief an seine Witwe, in welch hohem Maß Michael Bretts Stücke unzähligen Hörern in der ganzen Welt Vergnügen bereitet haben. Seine Hörspiele wurden in viele Sprachen übersetzt und durch die BBC gesendet. Eine Erinnerungssendung mit Michael Bretts Werken ist in Planung.

Alle Spieltermine (1982/83):

im NovemberMi, 20:00 Uhr10. November
Mi, 20:00 Uhr17. November
Fr, 20:00 Uhr26. November
im DezemberFr, 20:00 Uhr03. Dezember
So, 15:00 Uhr05. Dezember
Fr, 20:00 Uhr10. Dezember
Fr, 20:00 Uhr17. Dezember
im JanuarSo, 16:00 Uhr16. Januar
So, 16:00 Uhr23. Januar
So, 16:00 Uhr30. Januar
im FebruarSo, 16:00 Uhr06. Februar
Fr, 20:00 Uhr18. Februar
Fr, 20:00 Uhr25. Februar
So, 16:00 Uhr27. Februar
im MärzSo, 16:00 Uhr06. März

Darsteller

George Maxwell, ein ReporterKarl Heinz Hofmann
Brenda Maxwell, seine FrauBrigitte Schulz
Stella Hayley, SekretärinIlo Klein
Joan Bansstead, PressefotografinViola Cornelius-Sapauschke
Frederick Elton, Chefredakteur des "Evening Express"Wilfried Berndt
Henry Mellow, eine BerühmtheitKarl Benk
Sarah, seine FrauHildegard Gronau
Elisabeth Welling, eine KrankenschwesterGerda Simon
Philip Scott, Empfangschef im "Royal Park Hotel"Gerd Bellersheim
Susan, Zimmermädchen im "Royal Park Hotel"Heidi Schäfer
Geoffrey Walcott-Brown, ein BBC ReporterGernot Martin

Hinter den Kulissen

BühneGerhard Schäfer-Balzer
Technik
Christopher Abel, Andres Zarra
KostümeHanni Bellersheim
MaskeRenate Singer
SoufleuseHanni Bellersheim

Ein Inspektor kommt (An inspector calls)

Schauspiel in drei Akten von John B. Priestley

Deutsch von Ingeborg Strudthoff

Regie: Wolfgang Seel

Premiere: 02. Mai 1982


Alle drei Akte des Dramas spielen im Esszimmer der Birlings in Brumley, einer Industriestadt im Norden Englands, im Jahr 1912. Die vier Mitglieder der Familie Birling – Arthur Birling, dessen Frau Sybil, ihre Tochter Sheila und ihr Sohn Eric – und Gerald Croft haben sich im Wohnzimmer der Birlings eingefunden um die Verlobung von Sheila und Gerald zu feiern. Ihre heiteren Gespräche werden jedoch bald durch Inspektor Goole unterbrochen. Da Mr. Birling am Gericht tätig ist, ist dieser späte Besuch für ihn nicht weiter ungewöhnlich, doch die Nachricht des uniformierten Besuchers schockt die ganze Familie: Eine junge Frau hat sich, durch Trinken von Salzsäure, das Leben genommen. Familie Birling weiß erst nicht, was das mit ihnen zu tun hat, doch in den folgenden Abendstunden entlockt der Inspektor allen Anwesenden ein Geständnis, dass sie am Tod von Eva Smith mitschuldig sind. Mr. Birling wird als erster verhört. Er hat den ersten Anstoß zum dramatischen Selbstmord gegeben, indem er sie aus seiner Firma warf, weil sie statt 22,6 Schilling 25 Schilling Lohn verlangte. Sheila ist die zweite Schuldige. Sie erzwang die Entlassung von Eva Smith bei einer anderen Firma, weil sie diese zu hübsch fand. Danach nannte diese sich Daisy Renton. Unter diesem Namen kennt sie Gerald. Er muss zugeben, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, welches er jedoch bald beendet hat. Mrs. Brumley hat als führendes Mitglied im Frauenhilfsverein die Hilfe für Daisy Renton abgelehnt und sie so endgültig mittellos gemacht. Letztendlich gibt auch noch Eric zu, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben. Sie erwartete sogar ein Kind von ihm. Er gab ihr Geld, das er von der Firma des Vaters entwendete, bis sie dies bemerkte und nichts mehr annahm. Sie verschwand daraufhin …bis sie vor dem Komitee des Frauenhilfsvereins vorsprach.

Nachdem der Inspektor das Haus verlassen hat, fühlen sich alle zumindest ein wenig schuldig, doch als Gerald mit der Nachricht kommt, dass es bei der Polizei in Brumley gar keinen Inspektor Goole gibt, verbessert sich die Stimmung wieder. Sie kommen zum Schluss, dass es diese eine junge Frau gar nicht gegeben hat, sondern dass ihnen der sogenannte „Inspektor“ einen Streich gespielt und von verschiedenen Frauen gesprochen hat. Nach einem Anruf im Krankenhaus, wo die Frau angeblich verstarb, verschwinden die Schuldgefühle bei allen, außer bei Sheila, da in den letzten 14 Tagen keine Frau wegen eines Selbstmordversuches eingeliefert wurde …bis das Telefon plötzlich läutet und ein Polizeiinspektor verkündet, dass eine junge Frau verstorben ist. Sie hat sich mit Salzsäure umgebracht.


Zum Autor:

John Boynton Priestley, in England familiär “J.B.” genannt, wurde am 13. September 1894 in Bradford, England, geboren, studierte in Cambridge und arbeitete als Kulturkritiker und Verlagslektor. Sein Wirken als Schriftsteller beschränkte sich nicht nur auf das Schreiben von Gedichten, Kurzgeschichten, Essays und Romanen, er schuf viele Bühnenstücke und Filme. In seiner Autobiographie “Ich hatte Zeit” (1962) meinte er zu seiner Vielseitigkeit: “In der Einstellung zu meinem Schaffen gehöre ich dem 18. Jahrhundert an, als man von Berufsschriftstellern erwartete, dass sie alles schrreiben konnten, von Predigten bis zu den Possen.”

1932 gründete er ein eigenes Theaterunternehmen, inszenierte auch selbst und trat als Schauspieler auf. Fast alle seine Dramen enthalten eine deutliche meist überdeutliche Moral, doch wird die Strenge der Belehrung gemildert durch eigenen Witz, szenische Einfälle und einen gewissen querköpfigen Charme. Er schrieb eine Menge Stücke. “Ein Inspektor kommt” dürfte eines seiner besten sein. Uraufgeührt 1946 in Moskau und London, deutschsprachige Erstaufführungen 1947 ‘Neues Wiener Schauspielhaus’ und ‘Kammerspiele Bremen’.  Das Stück wurde zum Welterfolg. Es spielt 1912 und kann als Kriminalstück der Gewissensforschung und der sozialen Moral dargestellt werden. Vielleicht eine moderne Variante des Revisors von Gogol.


Alle Spieltermine (1982):

im MaiDo, 20:00 Uhr13. Mai
So, 17:00 Uhr16. Mai
Mi, 20:00 Uhr19. Mai
im JuniDi, 20:00 Uhr08. Juni
Do, 20:00 Uhr17. Juni

Darsteller

Arthur BirlingGerd Bellersheim
Sybil Birling, seine FrauIlo Klein
Sheila Birling, seine TochterAnne Geibel
Eric Birling, sein SohnMichael Endres
Gerald CroftBerthold Glatz
Edna, HausmädchenHeidi Schäfer
Irene Gludowacz
Inspektor GooleHeinrich Bethge

Hinter den Kulissen

Technik
Christoph Abel
BühnenbildideeWolfgang Seel
SouffleuseIrene Gludowacz
Heidi Schäfer

Der Engel mit dem Blumentopf

Komödie in drei Akten von Miguel Mihura

Deutsch von Konrad Schrögendorfer

Regie: Theo Friedrich

Premiere: 16. April 1982


Nach einem erfolgreichen Juwelenraub hat die Diebesbande in einem bürgerlichen Haus Unterschlupf gefunden und versucht nun, sich zu tarnen und allem aus dem Weg zu gehen. Vorallem der geschwätzigen Vermieterin Dona Pilar. Der Plan wird durchkreuzt, als einer einer der Ganoven mit einer schweren Erkältung das Bett hüten muß. Schnupfen und Husten werden aber erst dann zur Existenzbedrohung, als die barmherzige Schwester Maria auftaucht, um den Kranken zu pflegen…


Zum Autor:

Miguel Mihura, der Autor der Ballade in zwei Akten und einem Vorspiel “Der Engel mit dem Blumentopf” ist der bekannteste spanische Dramatiker unserer Tage, nächst Garcia Lorca. Mihuras Vater war Schauspieler, Saalvermieter, Tourneeleiter und Bühnenschriftsteller.

Der spätere Bühnen-Autor Miguel Mihura wurde 1908 in Madrid geboren. Zunächst trat er als humorisitischer Zeichner hervor. Dieses Handwerk erzieht zu großer Genauigkeit und ist bestrebt, ein Maximum an Wirkung in einem Minimum an Mitteln zu suchen. Diese Lehrzeit verhalf Mihura zu seinem Humar, der wirksamsten aller Bühnenformen; denn Lachen kann auf annehmbare und angenehme Weise die grausamsten und unbequemsten Wahrheiten verhüllen.

Später gründete Mihura eine satirische Zeitschrift, leitete weitere Unternehmen der gleichen Art und schrieb schließlich sein erstes Theaterstück “Die drei Zylinderhüte”.

Seine Komödie “Der Engel mit dem Blumentopf” wurde in der Saison 1957/58 in Madrid uraufgeführt. Verbrecher werden in die Enge getrieben und jene wissen nicht, dass sie nichts weiß. Sie wissen es wenigstens nicht genau, und diese Ungewißheit, verbunden mit der Tat, wirkt stärker als ein Gewissen. Dazu kommt noch, dass die Gute, wenn auch nur punktuell und auf kleinen Strecken, begabt und hellsichtig ist.


Alle Spieltermine (1982):

im AprilDi, 20:00 Uhr20. April
So, 17:00 Uhr25. April
Di, 20:00 Uhr27. April
im MaiSo, 17:00 Uhr09. Mai
Mi, 20:00 Uhr26. Mai
Sa, 20:00 Uhr29. Mai
im JuniMi, 20:00 Uhr02. Juni
Mi, 20:00 Uhr09. Juni
So, 17:00 Uhr13. Juni
Mi, 20:00 Uhr16. Juni

Darsteller

Schwester Maria zum Guten EngelViola Cornelius
NuriaMarion Vasil
Dona PilarHildegard Gronau
SuarezHeinrich Bethge
CarlosKarl-Heinz Hofmann
FredericoRoland Groß
CosmeKarl Benk

Hinter den Kulissen

Technik
Christoph Abel
BühnenbildGerhard Schäfer-Balzer
SouffleuseHeidi Schäfer